Manipulation versus Suggestion

08. Juni 2017

Im Coaching wird oft mit Suggestion gearbeitet. Das ist nicht zu verwechseln mit Manipulation. Was ist genau der Unterschied?

Suggestion ist auch in zeitgemässen Führungsmodellen ein kraftvolles Instrument.

Manipulation: Das ist Machtanspruch. Ich steuere einen andern Menschen bewusst dorthin wo ich ihn haben möchte. Die Betonung liegt auf dem Ich. Es ist dabei unerheblich, ob es diesem Menschen nützt oder schadet, ob es ethisch vertretbar ist oder nicht. Es geht um meine Interessen. Ich schaffe eine Situation, die es dem anderen Menschen erschwert, einen andern Entscheid als den von mir gewünschten zu treffen.

 

Suggestion: Hier geht es nicht um Machtausübung. Es geht um Angebote/Richtungsweisungen. Ein Coach eröffnet dem Menschen Einblicke, die er selbst nicht finden würde. Hat er diese aber einmal wahrgenommen, so hat er ab sofort die Wahl zwischen den ihm bisher vertrauten Verhaltensweisen und den erkannten neuen Möglichkeiten. Dabei verfolgt der Coach nicht seine Interessen. Das Individuum kann nach wie vor an seiner bisherigen Verhaltens- oder Glaubensregel festhalten oder zu einer andern überwechseln. Wichtig dabei nur, dass der Klient/Klientin den Entscheid bewusst trifft.

 

Auch in der Führung ist eine solche Coaching-Haltung sehr kraftvoll. Sie kann die Mitarbeitenden dazu bringen eigene Gedanken entstehen zu lassen und ihr Bewusstsein zu erweitern. Der Vorgesetzte inspiriert durch Suggestion, ohne das Ziel vorzugeben - er behält das Ziel im Hinterkopf. Auf diese Weise sind die Mitarbeitenden selbstständig und in eigener Verantwortung unterwegs.

 

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